Umzug nach improflair

Im August 2011 erblickte dieser Blog das Licht. Es hat sich sehr schnell herausgestellt, dass mir Bloggen viel Spaß macht und den mit-improweisen nicht so sehr. Wobei: Bei ganz vielen Beiträgen und auch solchen die noch kommen werden ist deutlich die Inspiration zu spüren die aus dem gemeinsamen Denken, Tun, Improvisieren kommt.

Ich habe eine neue WebSite die gleichzeitig mit meinem wirklich-wirklichen Start auf meiner Dissertationsreise das Licht der Welt erblickt hat. Ab sofort werde ich dort bloggen und habe auch alle alte Beiträge rund um Angewandte Improvisation sowie die Infos zur Dissertation dorthin „mitgenommen“.

Diese WordPressSeite wird weiter im Netz bleiben; wer meinen Beiträgen folgen / diese kommentieren will, kommt mit nach www.improflair.at

Liebe Grüße & bis bald, Christian F. Freisleben-Teutscher

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Rückblick EDUcamp bei der GMW/DELFI 2015

Im Rahmen des EDUcamp (3.9.15) bei der GMW/DELFI 2015 gestaltete ich einen Workshop zum Einsatz von Angewandter Improvisation im Bereich der Hochschule. Als Vorbereitung bat ich im Wiki zu meinem Dissertationsprojekt improflair die Startseite zu lesen sowie den Beitrag zu Einsatzmöglichkeiten von Angewandter Improvisation. (Zeitaufwand ca. 15 Minuten). Hier das Paper das ich dazu eingereicht habe und das auch Hinweise zur Geschichte der Methoden enthält. Kommentare und Fragen zum Paper und den Methoden sind im Sinne des Konzept des flipped / inverted classroom hier als Antwort nach wie vor sehr herzlich willkommen.

Hier die Dokumentation des Workshops als editier- und kommentierbares  Google-Dok.

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Beiträge zur Tagung: Drama- und Theaterpädagogik im Fremd- und Zweitsprachenunterricht

Am 10. & 11. 7. 15 fand diese Tagung in Reuttlingen statt. Dank Stefanie Giebert, die ich über das internationale Netzwerk des Applied Improvisation Theater kennengelernt habe, durfte ich mich dort bei der Podiumsdiskussion am 10. 7. einklinken. Ergänzend dazu: Link zu meiner Prezi-Präsentation.

Im Vorfled haben Stefanie und ich zwei spannende Menschen befragt zur Frage, wie sich Theatermethoden und Ansätze / Werkzeuge der Angewandten Improvisation in Bildungssetinngs einsetzen lassen – sehr sehens- und hörenswert & inspirierend (in leicht verständlichen Englisch):

Ich habe als Vorbereitung zu einem demnächstens erscheindenden Hintergrundtext auch einiges an ergänzender Links & Literatur zusammengetragen (für Kommentare offenes Google-Dok).

Ein wirklich schöner Schritt auf meiner #improflair-Reise!

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improflair – Start der Dissertation

Mein allernettester aller netten Betreuer Dr. Christian Spannagel hat mir gerade mitgeteilt, dass die an der PH Heidelberg für Dissertationen zuständige Kommission mein improflair-Expose genehmigt hat. Ich bekomme dazu noch einen offiziellen Brief und es ist tasächlich fix: Ich dissertiere!!! Zu den Hintergründen siehe die improflair-Seite in diesem Blog.

Hier – im Sinne von open science –  zwei Versionen meines Exposes die allererste und die nun angenommene Version. Besonders auch durch die Geduld und die superhilfreichen Inputs von Christian hat es sich stark gewandelt, ist gewachsen und gereift. Danke also an Christian sowie für Ihre wichtigen inputs und Mitarbeit an meine playgroup-MitstreiterInnen Kristina Lucius  und Kevin Atkins.

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Assoziationsspiel: „Ich bin, ich bin, ich nehme“

Am 7. 2. 15 fand an der PH Heidelberg ein Treffen der „Play Ground HD“ von Forschenden / DisserdantInnen statt, die von Prof. Christian Spannagel betreut werden bzw. mit diesem Zusammenarbeiten. Ich habe dort über mein Projekt improflair berichtet. Dazu habe ich ein Assoziationsspiel eingesetzt, das ich unter den Namen „Ich bin, ich bin, ich nehme“ kennengelernt habe (zum Thema der Herkunft / zum Namen der Spiele siehe meine Reflexionen zum Mathe-MOOC 2014):

Gruppengröße: min. 3, max. 12 Personen

Hinweise. Die am Anfang wichtig sein könnten: „Bitte schnell dazu gehen / auswählen“, „Es gibt keine „falsche“ Assoziation – oft „stimmt“ die allererste Idee“.

Eine Person tritt in die Mitte eines Kreises und gibt einen Begriff vor, z. B.: „Ich bin ein Baum“ – dazu wird sie eingeladen auch eine mit dem Begriff assoziierte Körperhaltung einzunehmen. Eine beliebige andere Person aus dem Kreis tritt dazu und bringt eine Assoziation ein, z. B.: „Ich bin die Rinde“. Eine dritte beliebige Person aus dem Kreis tritt dazu und bringt eine weitere Assoziation ein, z. B.: „Ich bin der Borkenkäfer.“ Die erste Person (hier „Baum“) wählt eine/n der beiden anderen (hier „Rinde“ oder „Borkenkäfer“) mit den Worten „ich nehme die / den…“ aus und die beiden gehen an eine beliebige Stelle des Kreises zurück. Die verbleibende Person wiederholt z. B. „Ich bin der Borkenkäfer“ und startet damit eine neue „Runde“ des Spiels. (Mögliche Vorgabe für das Ende des Spiels: Die ganz am Anfang verwendete Assoziation ergibt sich wieder).

Varianten:

In Heidelberg eingesetzt: Die Assoziationen konzentrieren sich auf einen thematischen „Raum“, hier wurde das Thema Computerspiele gewählt. Dieser Raum könnte auch noch stärker fokussiert werden – also um beim Beispiel zu bleiben: „Einsatz der Maus bei Computerspielen, die zu den ‚serious games‘ zählen.“ Einige weitere Varianten:

  • Der Fokus wird erzeugt indem Vorgaben gegeben werden wie: Nur Eigenschaftsworte oder nur Emotionen (ev. auch verstärkt durch die gewählte Lautstärke) oder nur Ressourcen die eine Person haben kann…
  • Kombination mit der ABC-Vorgangsweise – also erste Assoziation beginnt mit A, zweite mit B, dritte mit C usw. oder auch die momentane Beschränkung auf einen einzigen Anfangsbuchstaben aller folgenden Assoziationen
  • Der Fokus des thematischen Raums sind die Inhalte einer vorangegangenen Unterrichtsstunde oder bestimmter Aspekte daraus (z. B. Vokabel einer Fremdsprache), eines Seminarblocks, eines Projektschritts, einer Sitzung, einer Veranstaltung oder von Inhalten die sich etwa aus der Betrachtung eines Vorbereitungsvideos / der vorangegangenen Erledigung einer Vorbereitungsaufgabe ergeben
  • Der Fokus eines thematischen Raums liegt auf Klischeebildern und Vorurteilen, bzw. auf Felder wie „typische“ Führungsstile, wichtige Elemente eines MitarbeiterInnengesprächs, Haltungen eines/einer Lehrenden, Ethos von Forschenden usw.
  • Ab einem bestimmten Zeitpunkt beschließt die Gruppe, die letzte Assoziation (drei Personen im Kreis) zu nutzen und Schritt für Schritt bis zur allerersten Assoziation zurückzugehen; es wird also gemeinsam im unmittelbaren Handeln überlegt, welche Assoziationen der allerletzten vorangingen.
  • Statt Worten eingesetzt werden zum Beispiel Teile mathematischer Formeln, eines Computerprogramms, von Handlungsabläufen bei der Behandlung eines/einer PatientIn, Bestandteilen eines bestimmten Produkts usw.
  • Statt Worten eingesetzt werden Laute bzw. wird gänzlich pantomimisch gearbeitet

Ich habe die Methode hier eingesetzt um:

  • Einen schnellen ersten Einblick in eine sehr vielfältige Methode der Angewandten Improvisation zu ermöglichen
  • Den Einstieg des „miteinander Arbeitens“ in der Gruppe zu unterstützen
  • Erlebbar zu machen, wie die Anpassung einer solchen Methode beim Tun inhaltliche Ziele unterstützen kann, sowie das gemeinsame Nachdenken einer Gruppe

Insofern konzentrierte sich das Debriefing auf Aspekte wie:

  • Wie hat sich die Methode auf die Stimmung in der Gruppe ausgewirkt?
  • Welche Aspekte sind Euch in Bezug auf das Arbeiten an Ideen aufgefallen?
  • Wie habt Ihr die Variation der Methode erlebt?

Ergänzend habe ich dabei ebenso auf einige der o. a. Variations- und damit Einsatzmöglichkeiten hingewiesen.

Aufgefallen ist mir bzw. ebenso thematisiert wurde: Durch den sehr kurzen Verlauf des Spieles, kamen manche Mitwirkenden nicht so oft dazu, sich einzubringen.

Noch eine Ergänzung, da ich mich mit der Frage beschäftige, wie Methoden aus der Angewandten Improvisation als Forschungsmethoden eingesetzt werden könnten und insbesonders Prozesse im Design Based Research unterstützen bzw. visualisieren könnten. In Bezug auf dieses Assoziationsspiel könnte es u. a. um folgende Aspekte gehen (dabei kann es wichtig sein, das Geschehen mit Video aufzuzeichnen oder eine Person als DokumentarIn (etwa via Flipchart) hinzuziehen):

  • Brainstorming z. B. zum generellen Thema sowie Detailaspekten
  • Finden weiterer Methoden (z. B.: „Ich bin das qualitative Interview“, „Ich bin der Leitfaden dazu“, „Ich bin die Auswertungsmethode“ oder auch „Ich bin das Arbeitsblatt“, „Ich bin das Erklärvideo dazu“, „Ich bin die erste Antwort im Multiple-Choice Test dazu“ usw.)
  • Finden von Handlungsoptionen für geplante Schritte oder für herausfordernde Situationen („Ich bin die Teamsitzung“, „Ich bin das Protokoll“, „Ich bin das Fehlende im Protokoll“ usw.)
  • Wieder aufgreifen sowie zusammenfassen von Themen / Themenaspekten einer vorangegangenen Phase (inkl. einer bis dahin noch nicht in dieser Vielfalt wahrgenommene Zahl an Kombinationsmöglichkeiten dieser)
  • Visualisierung z. B. von Emotionen, die bei einer Zielgruppe vermutet wird (Hinweis: Grundsätzlich denkbar ist, dass es etwa auch um die Ängste Anwesender handelt; dabei ist darauf zu achten, dass der assoziative Charakter des Spiels nicht verloren geht; steht dieses Ziel im Vordergrund könnte das Spiel eine erste Phase zum ‚Warmwerden‘ sein. Das Spiel ist auch nur sehr bedingt geeignet, wenn es um die chronologische / strukturierte Darstellung eines Ablaufs oder eines Projekts geht).

Kommentare und Ergänzungideen sind sehr herzlich willkommen!

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Rückblicke zur 11. Forschungswerkstatt 2015

Am 23. und 24. 1. 15 habe ich an der 11. Forschungswerkstatt der Donauuniversität Krems teilgenommen. Referent war Prof. Dr. Christian Spannagel. Als Vorbereitung bat er die Teilnehmenden:

  • Informationen / ein Foto zur eigenen Person zur Verfügung zu stellen
  • einige Seiten in zwei Dokumenten zu lesen (eines davon: Reader von Gabi Reinmann zu Entwicklungsforschung)
  • sich ein Video anzusehen (hab grad kein Zugriff auf meine Mails, bitte im Kommentar Link ergänzen, danke!)

obenDieser rückblickende Blogbeitrag besteht aus folgenden Teilen:

# Reflexion zum Begriff / zur Praxis von design based research

# Reflexion einiger von eingesetzten Methoden mit dbr-„Streusel“

# Link zu einem storify mit Fotos, ergänzenden Links (u.a. auch zum ICM-Rebelmouse der FH St. Pölten)

Einleitend zunächst ein ganz großes Dankeschön an Christian, der nicht nur sehr offen auf meine Impulse beim Mathe-Mooc reagiert hat sondern sich damit sehr intensiv auseinandersetzte. Und in einem Teil der #fowe11 den Auftrag gab, design based research am Beispiel von „Einsatz von Impromethoden zur Steigerung der Interaktion im Mathe-MOOC“ durchzuüberlegen. Danke auch an alle Teilnehmenden, die keine Sekunde gezögert haben und dies als Chance genutzt haben, dbr „von innen“ zu erleben, konkret umzusetzen und so gleichzeitig wertvolle Methoden für meine Forschungen zum Thema lieferten!

Design based research
Ich habe nach der #fowe11 zwei Beschreibungen von design based research gefunden, auf die ich zunächst hinweisen möchte.

  • Definition auf der WebSite des Instituts für Medien- und Bildungstechnologien der Universität Augsburg
  • Definition auf der WebSite des Instituts für Physik und Didaktik der Universität Köln

Weiters auf eine im Seminar gemeinsam entwickelte Sammlung von „typischen“ dbr-Forschungsfragen (siehe dieses Foto pic.twitter.com/vjgYkZbUTZ). Ich versuche diese Impulse zu ergänzen, mit einem Zugang zum Thema meiner Magisterarbeit (Siehe hier) zu Rollenklischees in den Medien: Welche Methoden der aktivierenden Medienpädagogik können eingesetzt werden, um in einer Gruppe einen Diskurs zu Geschlechterrollen und wie diese gelebt werden unterstützt werden. Dabei würde ich zum Beispiel eine bestimmte Form der Filmanalyse wählen, also etwa bei einem Ausschnitt auf Elemente wie Kameraposition, Licht, Ton, Dramaturgie auf Bildebene, Interaktion zwischen den Handelnden, Musik usw. zu achten. Ich würde die Zahl der Diskussionsbeiträge zählen sowie auf deren Länge achten. Ich würde mit einem Fragebogen Einstellungen zu Rollenbildern abfragen. Wenn das dann alles noch immer zu wenig intensive Reaktionen bringt würde ich z. B. ergänzend Impromethoden einsetzen um die Filmanalyse auf eine andere Ebene zu heben: Also u. a. durch forschendes Spielen zur Herkunft der handelnden Figuren, zu dem was sie sagen und was sie sich wirklich denken oder wünschen. Oder wie sich die Geschichte verändert, wenn ein anderes Genre wie Western gewählt wird. Auch daraufhin kann ich die „Instensität“ der Diskussion messen bzw. in einem weiteren Re-Design andere Bobachtungsaufgaben oder andere Impromethoden wählen.

Bin gespannt, was die anderen Teilnehmenden der #fowe11 zu dieser Form der Zusammenfassung sagen.
Zur Übersicht des Beitrags

metReflexion einiger eingesetzten Methoden bei der #fowe11 mit dbr-„Streusel“

  • ABC-Spiel
  • „Partyspiel“
  • Diskussion mit vorgegeben Rollen
  • Ideen zur Weiterentwicklung von Tandems, Triaden, Kleingruppen (werde ich nachreichen)

Am Anfang stand eine Kennenlernrunde, die vom asynchronen Schritt des Sammelns und des gegenseitigen Lesens von Informationen zur eigenen Person ausging. Christian setzte eine Variante des „ABC-Spiels“ ein (zum Namen von Improspielen siehe meinen Beitrag zum Mathe-MOOC). Also in einer ersten Runde zu sagen, „wie habe ich vion der #fowe11 erfahren. Wobei jede Person Ihren Satz mit einem Wort mit dem folgenden Buchstaben des Alphabets beginnen sollte. (Bsp.: Also ich habe von der #fowe11 über einen Newsletter erfahren; Berufliche Netzwerke führten mich auf die Spur; Christian Spannagel informierte mich persönlich usw.). Christian betonte die Wichtigkeit des Tempos bei dieser Methode. Dann wurde die Vorgabe insofern verändert, als die Überschriften dann „Was ich mir von der #fowe11 erwarte“ und „Wie beschreibe ich meine Forschungspersönlichkeit“ lauteten.

Aus der Rolle der wahrnehmende Teilnahme heraus ist mir aufgefallen:

  • Auch durch das Mitspielen von Christian wurden gegenseitige „Berührungsängste“ weiter abgebaut
  • Gefördert wurde eine Atmosphäre der Achtsamkeit auf die Beiträge der anderen
  • Im Vergleich zu anderen Vorstellrunden waren die Beiträge pointierter, mehr am Punkt -> und wurden insgesamt bewusster formuliert
  • Durch die Herausfoderung des ABC-Schema nannten die Teilnehmende auch Aspekte die in einer „normalen“ Runde mit wesentlich geringerer Wahrscheinlichkeit gekommen wären -> dies war ebenso ein Beitrag zum „gegenseitigen Warmwerden“ / Verminderung typischer „Anfangsdistanz“
  • Gefördert wurde eine „gespannte Atmosphäre“, besonders bei scheinbar schwierigen Buchstaben, wie der jeweils ans Wort kommende damit umgehen würde -> viele Lösungen brachten so Reaktionen wie Lachen, aufmunternde Zurufe, lobendes Raunen oder Laute
  • Durch die Wiederholung der Methode in „drei Runden“ wuchs die Sicherheit im Umgang damit; es stieg ebenso der Mut, schainbar unkonventionelle Worte zu wählen oder zu „schummeln“ (also etwa einen Laut des Staunens an den Anfang des Satzes stellen)
  • Weiters stieg die Bereitschaft einander durch Zuflüstern des jeweils nächsten „richtigen“, weil im Alphabet folgenden Anfangsbuchstaben zu helfen

Anregungen zur Weiterentwicklung der Methode:

Ich erlebe einen Satz am Anfang solcher Methoden wie „Es ist völlig unmöglich etwas Falsches zu sagen“ als sehr hilfreich und entstressend -> dazu ebenso hilfreich kann der Satz sein „Sehr oft ist es die allererste Idee, die „stimmt“, die jeder / jede nutzen kann“ oder auch „Es ist erlaubt ‚langweilig‘ zu sein, also Ideen, Formulierungen, Herangehensweisen von anderen zu kopieren

Spannend kann es sein, im Spiel entstehende Formulierungen zu dokumentieren -> indem ein oder mehrere Personen gemeinsam das Gesagte mit schreiben und im Anschluss noch einmal präsentieren

Ein sehr, sehr wichtiges Element in der Angewandten Improvisation ist das debriefing bzw. optional ebenso das briefing. Briefing kann hilfreich sein, erste Hinweise zu geben, zu welchen Zweck eine Methode eingesetzt wird. Im debriefing wird vor dem Hintergrund des Zieles des Einsatz genau dieser Variante und wie sie sich entwickelt hat gemeinsam reflektiert. Am Beispiel der Situation der #fowe11 könnten dazu Fragen unterstützen wie:

  • Wie hat sich die ABC-Methode auf das Miteinander in der Gruppe / auf die Beiträge zu den Ausgangsfragen ausgewirkt?
  • Was ist mir beim Tun aufgefallen, deutlich geworden?

Welche Zusammenhänge zum Thema design based research nehme ich wahr? Dazu einige Ideen oder mögliche Hinweise von seiten der Anleitung:

  • Für Forschungsfragen / -anträge braucht es oft neue Ideen, „frische“ Formulierungen, neue Zugänge – das ABC-Spiel kann auch unter eine ganz andere Überschrift gestellt werden und etwa den Ablauf eines Projekts beschreiben bzw. sich auf eine Forschungsfrage konzentrieren
  • Forschen ist in vielen Phasen Teamarbeit – dafür ist u.a. wichtig: gegenseitige Achtsamkeit, aufeinander hören, Dinge am Punkt bringen, einander inspirieren
  • Im Zuge eines solchen Spiels kann live die „Weiterentwicklung“ einer Methode erlebt bzw. geübt werden, weil ein sehr schnelles voneinander Lernen geschieht / ein Aufgreifen von erfolgreichen Konzepten oder Aspekten daraus
  • Forschung ist manchmal mit Blockaden und Frustrationen verbunden – Improzugänge können (re)aktivieren

Daran anschließen kann ebenso die Frage, wo eine solche Methode in der allernächsten eigenen Zukunft ausgetestet werden könnte

Überblick eingesetzte Methoden
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 „Partyspiel“

Christian Spannagel klebte unter den Sitz aller Teilnehmenden einen Zettel mit einem – im Laufe des Tages umzustzenden – Auftrag – meiner lautete z. B. „Bringe die anderen Teilnehmenden in einer Plenumsrunde dazu, eine komplizierte Kopfrechenaufgabe lösen zu müssen, ohne dass es auffällig wirkt“. Zudem waren die Aufträge in zwei Farben geschrieben, woraus sich ein „rotes“ und ein „blaues“ Team ergab. Am Ende des Tages würde gezählt werden, wieviele Erfolgspunkte ein Team gesammelt hatte.

Meine Wahrnehmungen:

  • Obwohl der Auftrag schnell in den Hintergrund der Aufmerksamkeit geriet, wurde eine gewisse „Grundstimmung“ der gegenseitigen Aufmerksamkeit gefördert
  • Viele Aufgaben konnten nicht umgesetzt werden -> zwischendurch fielen vor allem die Misserfolge auf
  • Das Vorlesen der Aufgaben am Ende unterstützte die lockere Atmosphäre -> die meisten der Teilnehmenden die „scheiterten“ nahmen dies mit Humor

Mögliche Fragen zum Debriefing:

  • Wie ist es Dir damit gegangen, eine unlösbare Aufgabe zu bekommen?
  • Welche erste Idee ist Dir beim Lesen gekommen -> inwieweit bist Du an dieser dran geblieben?
  • Welche Emotion entstand beim ersten lesen -> wie hat sich diese im Laufe der Zeit verändert?
  • Wie hat sich Deine Aufmerksamkeit gegenüber anderen Teilnehmenden verändert?
  • Wie definierst Du „Erfolg“ im Rahmen eines Forschungsprozesses“
  • Wie könntest Du Erfolgskonzept bei dieser Aufgabe anderswo umsetzen?

Mögliche Hinweise zum Debriefing:

  • Versuch und Irrtum sind prägende Elemente eines Forschungsprozesses.
  • Teilweise erhalten wir als Forschende scheinbar unlösbare Aufgaben.
  • Es ist nicht immer ganz klar, inwieweit wir als Forschende beim Lösen unserer Aufgaben „auffallen“ können oder sollen -> interne / öffentliche Wahrnehmung?

Ideen zur Weiterentwicklung

  • Aufgaben werden von den Teilnehmden selbst in Einzelarbeit entwickelt oder in einer Paararbeit -> Zettel werden dann in einen Topf geworfen und gezogen wobei auch der eigene Auftrag gezogen werden kann
  • Es werden etwas einfacher umzusetzende Aufgaben gestellt wie z. B.: „Verwende ein Wort, dass jemand anderer gerade verwendet hat mindestens drei Mal in Deinem nächsten Satz“. „Wiederhole den Satz des/der VorrednerIn“, „Bringe jemand dazu, dass ABC Spiel mit Dir zu spielen“, „Schnorre von Deinem Nachbarn mindestens drei Dinge“,
  • „Bewege Dich in einer tanzenden Art durch den Raum“ – alles verbunden ev. mit mehreren Wiederholungen; so steigt insgesamt die Chance auf mehr Erfolgserlebnisse.

Überblick eingesetzte Methoden
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Diskussion mit vorgegebenen Rollen

Christian teilte die Gruppe in zwei Hälfte: Eine bekam die Vorgabe KritikerInnen, die anderen BefürworterInnen zu „experimenteller forschung“ zu sein. Argumente für eine folgende Diskussion sollten schon während einer PowerPoint-Präsentation von Christian gesammelt werden. Dann wurde eine Person aus der Gruppe zur Moderatorin sowie zwei zu SchriftührerInnen ernannt (Flipchart; eine für „kritische“, eine für befürwortende Stimmen).

Was ich beobachtet habe:

  • Es war hilfreich während der Präsentation an das Sammeln der Argumente erinnert zu werden
  • Die Teilnehmenden konnten bei ihrer jeweiligen Argumentations“seite“ bleiben, auch wenn sie u.a. durch Körpersprache dagegen Mißfallen ausdrückten
  • Immer wieder wurden Argumente auch lautstark geäußert
  • Die Aufmerksamkeit für die Beiträge der anderen Teilnehmenden stieg.
  • Durch das Einsteigen in die Rolle wurden auch Argumente gesammelt, die in einer „normalen“ Diskussion so stark nie formuliert worden wären
  • Die Beiträge zur Diskussion gewannen an Pointiertheit auch als Teil des Verhaltens, vor den anderen möglichst gut da zu stehen, die Oberhand zu behalten
  • Die Mitglieder der zwei Gruppen unterstützten sich gegenseitig in ihrer Argumentation und dabei, zu Wort zu kommen
  • Die Visualisierung war sehr hilfreich, ebso die Moderation

Mögliche Fragen zum Debriefing

  • Was hat sich bei mir in bezug auf vorher sehr klare Einstellungen / Wahrnehmungen zum Thema geändert?
  • Welche Erfahrungen habe ich auch hier gemacht im Vergleich zu anderen Diskussionen, wo die eine Hälfte „dafür“ und die andere „dagegen“ ist?
  • Konnte Ich mir Gehör verschaffen, wie?
  • Wie hat sich meine Argumentation im Lauf der Zeit verändert?
  • Was habe ich von „den anderen“ dazu gelernt, auf welche Ideen bin ich gekommen; bzw. welche Argumente will ich demnächstens selbst verwenden?
  • Probiere bei der nächsten Diskussionsrunde aus, eine min 10-Minuten-Phase einzuziehen, in der alle Beteiligten die „Argumentations-Rolle“ wechseln, beobachte den Effekt.

Ideen für die Weiterentwicklung:

  • „Dritte Runde“ z. B. mit Vorgaben wie:
  • Bevor Du auf ein Argument antwortest, fasse das Argument des/der Vorrednerin zusammen
  • Stelle an den Anfang Deiner Antwort den Satz „Was ich an Deiner Idee mag…“ und greife einen Punkt des/der anderen heraus, der Dich inspiriert
  • Begrenze die Zahl der Worte Deiner Antwort und ende den Satz mit einer Zahl, die zugleich die Vorgabe für die Antwort ist.
  • Setze das ABC-Spiel ein.

Überblick eingesetzte Methoden
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Improvisation angewandt in der Lehre

Bei der 11. Forschungswerkstatt der Donauuniversität Krems (siehe diese Doku) hat mich Peter Baumgartner sinngemäß gefragt: „Improvisation in der Lehre? Was ist damit gemeint und wie könnte ich beginnen, mich damit zu beschäftigen?“.
Erste Antwort, lieber Peter: Du hast schon längst begonnen! Weil Du viele Herangehensweisen und Methoden einsetzt, die eng mit Haltungen und Methoden der Angewandten Improvisation verwoben sind, auch wenn Du sie vielleicht jetzt nicht so bezeichnest bzw. so interpretieren würdest.
Also auf der Literaturecke kann ich mal das Buch „Improvisation und Storytelling“ von Sandra Masemann als einen möglichen Einstieg empfehlen. Sie zeichnet gut einige Aspekte der Herkunft derr Methoden auf und wie diese sich in Unterrichtssettings integrieren lassen (ist „zwar“ hier eher der Schulbereich; sehr viel ist 1:1 für den tertiären Bildungsbereich umsetzbar).
Ich habe in diesem für Kommentare offenen Google-Dok einen Ausschnitt aus der Definition von Angewandter Improvisation kopiert, der ebenso hilfreich zum Verständnis sein kann (ist Teil eines Exposes einer Dissertation, an dem ich aktuell unter der Betreuung von Dr. Christian Spannagel arbeite).
Eine zweite Antwort ist: „Tu es noch bewusster!“
Also: Such Dir eine Lehrveranstaltung aus. Auswahlkriterien könnten z. B. sein:

  • „Dort soll mehr Kommunikation (bzw. Dialog) in einer bestimmten Phase unterstützt werden“
    und/oder „…mehr Kooperation“
  • Es geht darum, einen Ablauf zu visualisieren und/oder zu konzipieren.
  • …weiters soll der eigene Anteil in solchen Abläufen deutlich werden sowie verschiedene Handlungsoptionen
  • Gefragt ist ein Fokus auf Beziehungen zwischen (auch historischen) Menschen, deren Geschichte und mögliche Varianten kommender Verläufe
  • Gefragt ist ein Fokus auf Beziehungen zwischen Teilen einer Formel, eines Computerprogramms, einer Pflanze, eines Textes usw. bzw. was geschieht, wenn Teile andere „Plätze“ einnehmen
  • Ein scheinbar bekannter Ort oder Vorgang soll aus einer neuen Perspektive / in einem anderen Zusammenhang betrachtet werden
  • Sonst Unsichtbares, scheinbar Abstraktes soll wahrnehmbar werden
  • In einer kurzen Zeit sollen möglichst viele kreative, ja unkonventionelle Ideen entstehen.
  • Gefragt ist ein Fokus auf Ressourcen von Menschen.
  • Im Vordergrund steht Qualitäts-, Fehler-, Beschwerdemanagement
  • Für eine Präsentation gilt es in jeder Hinsicht ansprechende Elemente zu gestalten und deren möglichen Wirkungsweisen zu erforschen
  • Du suchst nach einer neuen Methode für einen Einstieg in ein Thema, für einen Überblick zu komplexen Zusammenhängen

Diese Liste ist nicht fertig. Wächst und verändert sich ständig.
Und ich denke es geht dann im nächsten Schritt um einen wichtigen Zugang der sich aus meiner Sicht ebenso design based research prägt: Die gewählte Methode wird bewusst eingesetzt, mit einem konkreten Ziel verbunden (mit gleichzeitiger Achtsamkeit auf Erkenntnisse oder Ereignisse „am Weg“, auf die Serendipität), gründlich gemeinsam nachbesprochen (Debriefing) und immer wieder weiterentwickelt – ausgehend von Rückmeldungen, Reflexionen, Wahrnehmungen und dem „Geschenk des Augenblicks“ in dem sich scheinbar aus heiterem Himmel eine neue Variante ergibt. Weil zum Beispiel eine Anweisung anders als geplant interpretiert wird. Weil jemand von den Teilnehmenden eine Idee, eine Variante einbringt. Weil Du z. B. in einer Weiterbildung die selbe Methode unter einem anderen Namen in einem ganz anderen Kontext erlebst und so auf eine andere Einsatzmöglichkeit kommst.
Ich bin sehr gespannt und neugierig auf Berichte zu Deinen Improerlebnissen! Und natürlich auf jene vopn allen anderen, die sich von diesem Blogpost inspirieren lassen!

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