Monatsarchiv: Oktober 2011

„Nur“ improvisiert?

Letztens habe ich auf einer WebSite einer Institution die Aussage entdeckt, dass sie ganz sicher nicht etwas tun / anbieten würde, was improvisiert wirkt.

Das Erste, das mir dazu einfällt: Schade!

Denn „improviosiert“ ist nicht das Gegenteil von „geordnet“, von „wohl vorbereitet“, von „gut überlegt“ und „professionell sowie seriös umgesetzt“!  Es ist eine wertvolle Ergänzung, ein zusätzlicher Aspekt, ein Aufbauen, auf dem was da ist, ein neues Verbinden von Vorhandenen, ein Ansatz, der ungeahnte Potentiale und Wege eröffnet.

Also auf keinen Fall ist improvisiert etwas, dass dann schlecht rüber kommt, wo alle sagen: „Na das ist ja improvisiert“ mit einem verächtlichen Tonfall. Sondern: „Na das ist ja improvisiert!“ ausgesprochen mit Anerkennung, Überaschung, einem Hauch Irritation, einer neuen Idee im Kopf, einem gutem Gefühl im Bauch, einen Lächeln auf den Lippen und/oder einer Träne im Auge…

Und: Um Watzlawiks Ansätze hier einzubringen: „Wir können nicht nicht improvisieren.“ Es ist ein Teil unseres Lebens, ja eine Überlebensstrategie, wertvoll, bereichernd, erstaunlich und immer wieder neu. Und das Schöne is: Wir haben die Fähigkeit zum Improvisieren ins uns – wir können sie ausbauen, verstärken, bewusster einsetzen – und sie ist einfach auch da, in jeder Begegnung, in dem Moment wo wir aufwachen und uns entschließen, den Tag etwas anderes anzugehen, im augenblick wo ein Gespräch eine ganz andere Wendung nimmt und in den Situationen, wo wir auch im scheinbar Schwierigen das Angebot, das Geschenk, die Kraft sehen…

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Clowns statt Polizei: Mit ungewöhnlichen Lösungen Leben retten

Die venezolanische Hauptstadt Caracas findet eine ungewöhnliche Lösung im täglichen Verkehrschaos: Pantomimen sollen die Autofahrerinnen und Fußgänger dazu bringen, sich an die Verkehrsregeln zu halten, berichtete kürzlich ORF online. Denn seit Anfang Oktober versuchen 120 extra ausgebildete Pantomimen mit weißen Gesichtern, Handschuhen und Clownskostüm wortlos in den Straßen des Stadtteils Sucre die VerkehrsübertreterInnen zu mahnen. Und damit Leben zu retten. Rund 6.000 Verkehrstote sind laut WHO in Venezuela pro Jahr zu beklagen. Das sind fast zehnmal so viele wie in Österreich, obwohl in dem lateinamerikanischen Land viel weniger Autos zugelassen sind. Die Behörden standen dem Chaos  bisher machtlos gegenüber. Diese Idee, vielleicht aus Verzweiflung geboren,  ist wunderbar, sympathisch_und hoffentlich erfolgreich! (go)

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Nur ein Lächeln …

Das kostet mich nur ein Lächeln – ein selten dämlicher Spruch! Lächeln erfreut die Seele und hinterläßt ein Funkeln im Alltag.
Heute: Ein amüsiertes Lächeln bei der Lektüre eines profilierten Nachrichtenmagazins: die Werbung für Männerkosmetik (Was Männer wollen) muss sich die Doppelseite teilen mit der emanzipatorischen Kolumne „Männerlandschaft“ (Absicht oder nicht ist hier die Frage); ein erfreutes Lächeln über die Durchsetzungskraft der Gänseblümchen im herbstlich gartenlaubigen Rasen; ein warmes Lächeln über den Anruf der Freundin; ein zufriedenes Lächeln über meinen ersten Blog-Eintrag; und der Tag ist noch lang … Ich schenke Ihnen mein schönstes Lächeln – und es kostet Sie nichts.

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Einfach fantastisch?

Besondere Fähigkeiten

Im Fernsehen läuft gerade „Die fantastischen 4“ http://www.kino.de/kinofilm/fantastic-four/82512 – bei einem Flug im All werden vier Astronauten einer unbekannten Strahlung ausgesetzt und entwickeln daraufhin die titelgebenden fantastischen Fähigkeiten.

Der Film kreist auch um die Frage, wie diese eingesetzt sind und ob sie sich immer so fantastisch anfühlen. Ben wird aufgrund seines Aussehens nur noch „das Ding“ genannt und wird von seiner Lebensgefährtin verlassen. Aber stark ist er – und wie auch noch…

Susan kann unsichtbar werden und Schutzschilde aufbauen. Johnny kann fliegen und wird nicht umsonst die lebende Fackel genannt. Reed kann alle Körperteile beliebig verlängern.

Also einfach fantastisch.

Und wann und wie sind wir fantastisch?

Fakt ist: Es gibt wohl mehr als genug Momente, wo wir uns rein gar nicht überhaupt nicht so fühlen. Dazu kommen anstehende Aufgaben, die völlig unlösbar scheinen, wo momentan nicht einmal der erste Schritt greifbar ist.

Gibt’s dazu einfache Lösungen? Nun es gibt jede Menge Seminare, Bücher, Ausbildungen, die den instant-Effekt versprechen, jetzt, sofort, auf der Stelle. Der dann natürlich nachhaltige Effekte hat. Uns hilft, neue Fähigkeiten zu entwickeln und zu nutzen. Wir werden also fantastisch.

Warum eigentlich werden? Was ist mit dem, was wir sind und können? Da gibt es oft Vieles, an das wir schon länger nicht gedacht haben. Gespräche, Ereignisse, Projekte, die gut gelaufen sind und uns mit Ideen und Kraft versorgen können für die Momente, wo keine Idee greifbar scheint.

Was also, ist jetzt gerade Ihre „fantastische“ Fähigkeit? Oder wann haben Sie diese zuletzt mit welchen positiven Effekten für sich und andere genutzt?

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