Monatsarchiv: November 2011

Improvisieren hält gesund

Es gibt das geflügelte Wort „am Ende des Lateins“ zu sein. Also schlicht überhaupt nicht im geringsten mehr weiter zu wissen (eine schön originelle Herkunftsanalyse dieses Spruches findet sich hier: http://www.stupidedia.org/stupi/Mit_seinem_Latein_am_Ende_sein).

Wer in eigenen Leben oft den Eindruck hat, anzustehen, mit eigenen Ideen nicht durchzukommen bzw. überhaupt gehört zu werden, einfach keine neue Ideen mehr zu haben und die Zukunft daher nicht mitgestalten zu können wird dies wohl irgendwann auch negativ auf gesundheitlicher Ebene spüren.

Unserer Gesundheit zuträglich ist, – so die Resilienzforschung – wenn wir folgende Ressourcen nicht nur nutzen sondern auch aktiv pflegen und weiter entwickeln:

Beziehungsfähigkeit, Hoffnung, Selbständigkeit, Fantasie, Kreativität, Unabhängigkeit, Humor, Entschlossenheit, Mut, Einsicht, Reflexion. Mit Resilienz gemeint ist die Fähigkeit, auch schwierige und als herausfordernd erlebte Situation zu bewältigen, keinen langfristigen Schaden daran zu nehmen. Psychologen haben dazu ein ergänzendes 7-Säulen Modell entwickelt: Optimismus, Akzeptanz, Lösungsorientierung, Opferrolle verlassen, Verantwortung übernehmen, Netzwerk-Orientierung, Zukunftsplanung .

Das klingt bekannt? Ja genau, das alles hat mit Improvisation zu tun bzw. wie diese in den Alltag umgesetzt werden kann. Denn das hat ja mit bewusst gestalteten Beziehungen und Netzwerken zu tun in denen gleichzeitig der eigene Weg, die ureigensten Wünsche weiter wichtig bleibt. Improvisation hat auch mit dem Mut zu tun, Wege vor- und einzuschlagen, die andere als „ungewöhnlich“ bezeichnen würden. Es geht um ein zurückblicken, auf Erkenntnisse, Erfahrungen, Begegnungen die schon vorhanden sind und darauf aufbauen – oder diese völlig neu zu verbinden und neuen Impulsen zu ergänzen. Patricia Madson sagt in ihrem sehr empfehlenswerten Buch (Unverhofft kommt oft! Entdecken Sie Ihr Improvisationstalent: 13 geniale Alltagsstrategien, Vak-Verlag), dass es weiters darum geht, sich den Fakten zu stellen und darauf aufbauend an Lösungen zu arbeiten.

Klingt das alles nicht etwas anstrengend? Also ständig auf das alles zu achten, um gesund zu bleiben? Nun es ist ja auch von Humor und Fantasie die Rede, also von Leichtfüßigkeit im besten Sinn. Das bedeutet auch loslassen zu dürfen, manchmal Fehler zu begehen und daraus zu lernen.

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Eingeordnet unter ressourcenorientiert

„Improvisieren müssen….“

auch als Nachtrag zum letzten Blogeintrag:
Wer bei Google improvisieren eingibt, findet sehr schnell etliche Berichte in denen die Rede davon ist, dass jemand improvisieren MUSS, weil eben was nicht da ist, etwas nicht funktioniert, andere Menschen da sind als geplant usw.
Das „muss“ klingt so, als wäre das Unerwartete eine Bedrohung die immer und überall lauert (an diese Stelle bitte die Star Wars Melodie von Darth Vader vorstellen oder anhören http://www.youtube.com/watch?v=-bzWSJG93P8).
Und wenn es dann hereinbricht, das Unerwartete (Darth Vader Thema hier weiterhören), dann MUSS improvisiert werden.
Quasi als letzte Option, wenn nichts mehr anderes hilft, wenn man/frau am Ende des Lateins ist, nicht mehr weiter weiß, alle anderen Ideen versagt haben und überhaupt alles schief gegangen ist und nix da ist, was eigentlich gebraucht wäre.
Wie wäre es mit Improvisation als Chance? Und: Mit dem Satz, „Wir können improvisieren…?“
Denn in Wirklichkeit improvisieren wir ständig, auch wenn wir es vielleicht nicht zugeben wollen, weil eben – siehe vorheriger blog – es geradezu anrüchig ist, einfach „nur“ zu improviseren oder weil es eben nur dann angesagt scheint, wenn es keinen anderen Weg gibt und die dunkle Seite der Macht einmal mehr das Leben fest im Griff hat (ja, jetzt wieder hören….).
Also mehr Mut, sich dazu zu beknnen: Ich improvisiere. Gerne. Immer wieder. Auf der Basis von allem, was ich bin, weiß, sein kann und der Rückendeckung von Menschen aus meinem Netzwerk…

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